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Blasenkrebs

Heilungschancen bei Blasenkrebs

Die Heilungschancen bei Blasenkrebs hängen davon ab, in welchem Stadium der TNM-Klassifikation (von T0 bis T4) die Erkrankung entdeckt wird. Daher ist die Früherkennung von Blasenkrebs so wichtig.

TNM-Klassifikation der Tumorstadien (Staging)

T0 Kein Anhalt für Primärtumor
Ta Nicht invasives papilläres Karzinom des Urothels
Tis Nicht invasives Carcinoma in situ (flacher Tumor)
T1 Einwachsen unter die Schleimhaut in das submuköse Bindegewebe
T2 Einwachsen in die oberflächliche (T2a) oder tiefe (T2b) Muskelschicht der Harnblase
T3 Hinauswachsen über die Muskelschicht der Harnblase in umliegendes Gewebe, mikroskopisch (T3a) oder mit dembloßen Auge (T3b) erkennbar
T4 Einwachsen in Nachbarorgane wie Prostata, Gebärmutter, Scheide (T4a) oder Becken- oder Bauchwand (T4b)

Wofür steht die TNM-Klassifikation?

Von dem Franzosen Pierre Denoix wurde in den Jahren 1943 bis 1952 das TNM-System zur Bestimmung der Stadien von bösartigen Tumoren entwickelt. Dieses System wird auch in der heutigen Medizin zur Klassifikation von bösartigen Krebserkrankungen genutzt. Die drei wichtigsten Kategorien findet sich in den drei Buchstaben des TNM-Systems wieder:

  • Tumor. Beschreibt die Ausdehnung sowie das Verhalten des Primärtumors
  • Nodus. Fehlende Lymphknoten bzw. Vorhandensein von regionären Metastasen an Lymphknoten (Lymphknotenmetastasen)
  • Metastasen fehlen bzw. es sind Fernmetastasen vorhanden

Behandlung des Blasenkrebs

Je nach Stadium der Krebserkrankung gibt es zwei verschiedene Behandlungsziele. Wird die Erkrankung frühzeitig entdeckt, wird Mithilfe der kurativen Therapie versucht, den Blasentumor und mögliche Töchtergeschwülste zu entfernen oder zu zerstören. Sollte eine vollständige Heilung jedoch nicht möglich sein, wird versucht möglichst lange zu verhindern, dass der Tumor beginnt weiter zu wachsen oder anfängt zu streuen.

Blasentumor operativ entfernen

Wird der Blasentumor rechtzeitig in einem frühen Stadium entdeckt und ist dieser noch relativ klein, wird oft eine endoskopische Behandlung durchgeführt. Bei der endoskopischen Behandlung wird versucht, den Tumor durch die Harnröhre zu entfernen. Ist diese Behandlungsmethode nicht möglich oder ausreichend, wird in diesem Fall eine offene Operation durchgeführt.

Bei der offenen Operation werden Blase, benachbarte Lymphknoten sowie befallene Nachbarorgane entfernt. Muss die Blase vollständig entfernt werden, sollten Sie sich beim Arzt über alternative Möglichkeiten zur Urinspeicherung und Urinableitung informieren.

Eine alternative zur endoskopischen Behandlung und der offenen Operation ist die Strahlentherapie. Durch die Strahlentherapie werden Tumorzellen durch ionisierende Strahlen abgetötet. Gut zu wissen: Blasentumore reagieren sehr empfindlich auf Strahlen, weshalb der Blasenkrebs durch eine Strahlentherapie vollständig geheilt werden kann. Ein Vorteil der Therapie liegt darin, dass die Blase bei etwa 75 Prozent der Patienten erhalten werden kann.

Chemotherapie gegen Blasenkrebs

Konnten durch die offene Operation nicht alle Krebszellen entfernt werden, wird zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie durchgeführt. Mithilfe der Chemotherapie können bösartige Krebszellen – die sich schnell teilen – gezielt zerstört werden. Allerdings werden auch gesunde Zellen, die sich häufig teilen, zerstört. Dies kann zu typischen Nebenwirkungen (wie zum Beispiel Haarausfall) einer Chemotherapie führen.

Eine weitere Möglichkeit den Blasenkrebs zu behandeln ist die lokale Anwendung der Chemotherapie. Die lokale Anwendung wird meist dann gewählt, wenn der Blasentumor durch die Harnröhre bereits entfernt worden ist. Mithilfe von Medikamenten, die einmalig in die Blase gespült werden, soll der erneuten Bildung von bösartigem Gewebe vorgebeugt werden. Die Medikamente verbleiben für etwa zwei Stunden in der Blase.

Heilungschancen bei Blasenkrebs sind im Anfangsstadium gut

Von den Patienten, die bei der Erstdiagnose einen Blasentumor im Stadium T1 hatten, leben nach 5 Jahren noch 80 Prozent, viele dieser Anfangsstadien können auch völlig geheilt werden. Im T2 Stadium sinkt die Anzahl der Patienten, die nach 5 Jahren noch leben, auf 60 Prozent. Im Stadium T3 der TNM-Klassifikation beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate 30-50 Prozent. Ist der Tumor sehr groß, über mehrere Lokalisationen in der Blase verstreut oder Metastasen kommen hinzu, fällt die Prognose der Überlebensrate oftmals schlechter aus.

Die frühzeitige Erkennung erhöht die Heilungschancen

Die Früherkennung von Blasenkrebs verbessert durch die rechtzeitige Entdeckung des Tumors in einem frühen Stadium erheblich die Chance auf Heilung. Die Therapie hat in den vergangenen Jahren gute Fortschritte gemacht, so dass inzwischen auch fortgeschrittene Stadien besser behandelbar sind.

Frauen durch Symptome oft erst spät alamiert

Männer haben eine höhere Überlebensrate als Frauen. Der Grund dafür ist, dass bei ihnen der Blasentumor meist in einem früheren Stadium entdeckt wird. Frauen und auch ihre Ärzte missachten manchmal das wichtigste Symptom von Blasenkrebs, Blut im Urin, weil sie dahinter eine Menstruationsblutung oder einen Harnwegsinfekt als Ursache vermuten. Bei 48 Prozent der Männer liegt zum Zeitpunkt der Diagnose ein T1-Anfangsstadium der TNM-Klassifikation vor. Dieser Anteil beträgt bei Frauen gerademal 37 Prozent. Das heißt viel mehr Frauen haben einen bereits fortgeschrittenen Tumor, wenn der Krebs erstmals entdeckt wird.1

1. Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends. 8. Ausgabe, Robert Koch-Institut, Berlin 2012. Im Internet: http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_node.html (30.9.2013)
2. Damyanov I: The Lower Urinary Tract and Male Reproductive System in Rubin R, et al: Rubin’s Pathology, 5. Auflage, Philadelphia, 2008, 752–758

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Diagnose Blasenkrebs

Bei Auftreten bestimmter Symptome wie zum Beispiel Blut im Urin, stärkerer Harndrang oder Störungen beim Wasserlassen sollten weitere Untersuchungen zur Diagnose von Blasenkrebs veranlasst werden. In einer Untersuchung des Urins können bestimmte Bestandteile Aufschluss über vorliegende Krankheiten geben. In einer körperlichen Untersuchung sollte die Umgebung der Blase, also der Unterbauch und die benachbarten Organe, abgetastet werden. Mit verschiedenen bildgebenden Verfahren wie zum Beispiel Ultraschall, Blasenspiegelung oder Röntgen können Veränderungen sichtbar gemacht werden.

Durch eine Transurethrale Elektroresektion der Blase kann die Diagnose Blasenkrebs gesichert werden.

Blasenkrebs entsteht zumeist in der die Blase auskleidenden Schleimhaut. Die Krebszellen teilen sich unkontrolliert und können dadurch andere Organe beschädigen. Der Blasenkrebs kann in drei Stadien unterschieden werden: Häufig entsteht das Blasenkarzinom im ersten Stadium an der Oberfläche und ist auf die Schleimhaut beziehungsweise das Bindegewebe begrenzt. Im zweiten Stadium können die Krebszellen in die Wand der Blase und die Blasenmuskeln einwachsen; im dritten sind bereits Krebszellen in anderen Organen zu finden, das heißt der Tumor metastasiert.

Typische Symptome für Blasenkrebs sind unter anderem farbliche Veränderungen des Urins, Störungen der Blasenfunktion wie Beschwerden oder Unterbrechungen beim Wasserlassen oder ein stärkerer Harndrang.

Die genaue Ursache für die Entstehung von Blasenkrebs ist nicht bekannt. Bestimmte Faktoren erhöhen allerdings das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken. Insbesondere Tabakkonsum vergrößert das Risiko für Blasenkrebs. Auch der Kontakt mit weiteren karzinogenen Stoffen außer dem Zigarettenrauch kann zur Entstehung von Blasenkrebs beitragen. Die Exposition von Schadstoffen kann beispielsweise bei der Arbeit stattfinden, hierbei sind verschiedene, vor allem herstellende Berufe – zum Beispiel die Gummi- oder Farbstoffindustrie, Drucker oder Friseure – oft besonders gefährdet.

Dauerhafte Erkrankungen der Blase wie beispielsweise Blasenentzündungen können auch die Entstehung von Blasenkrebs fördern.