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Blasenkrebs
Diagnose von Blasenkrebs

Bei Auftreten bestimmter Symptome wie zum Beispiel Blut im Urin, stärkerer Harndrang oder Störungen beim Wasserlassen sollten weitere Untersuchungen zur Diagnose von Blasenkrebs veranlasst werden. In einer Untersuchung des Urins können bestimmte Bestandteile Aufschluss über vorliegende Krankheiten geben. In einer körperlichen Untersuchung sollte die Umgebung der Blase, also der Unterbauch und die benachbarten Organe, abgetastet werden. Mit verschiedenen bildgebenden Verfahren wie zum Beispiel Ultraschall, Blasenspiegelung oder Röntgen können Veränderungen sichtbar gemacht werden.

Durch eine Transurethrale Elektroresektion der Blase kann die Diagnose Blasenkrebs gesichert werden.

Diagnose von Blasenkrebs

Spezifische Symptome, die eindeutig auf Blasenkrebs hinweisen, gibt es nicht. Die Untersuchung durch den Facharzt ist daher unerlässlich. Ziel der Diagnostik ist eine möglichst frühzeitige Diagnosestellung und die Erhärtung oder Ausräumung des Verdachts auf Blasenkrebs.

Die häufigsten Symptome von Blasenkrebs sind die

  • Mikrohämaturie mit nicht sichtbaren, geringen Blutbeimengungen im Urin. Eine minimale Rotfärbung stellen acht von zehn Blasenkrebspatienten selbst bei sich fest. Sie weist nicht eindeutig auf ein Karzinom hin, sondern ist auch charakteristisch für fast alle Harnweg- und Nierenerkrankungen.
  • Makrohämaturie mit deutlich sichtbarer Rotfärbung des Urins
  • häufiges Wasserlassen oder Harndrang mit nur wenig Urinabgang (Dysurie, Pollakissurie)
  • Betroffene mit diesen Beschwerden bezeichnet man als „symptomatische Patienten“. Hier sind folgende Untersuchungen angezeigt:
  • Tastuntersuchungen des Unterbauches, der Nierenlager und der inneren Genitalregion
    Untersuchung des äußeren Genitales
    Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der unteren Bauchregion mit Niere und Blase
    Spiegelung der Blase und der Harnröhre (Urethrozystoskopie)
    Röntgenkontrastdarstellung der Nieren, der Harnleiter und der Blase (Urografie)
    Urinlabor: Untersuchung des Urins im Hinblick auf krankheitanzeigende Zusammensetzungen, Bestimmung des Blut-, Nitrit- und Eiweißgehalts
    Untersuchung des Harns auf bösartig veränderte Zellen (Urinzytologie)

Sicherung der Diagnose

Um andere Erkrankungen wie Infektionen oder Blasensteine mit Sicherheit auszuschließen und einen Verdacht auf Blasenkrebs zu erhärten, kann der Urologe verschiedene Diagnoseverfahren einsetzen. Ergibt sich trotzdem bei fortbestehendem Verdacht auf Blasenkrebs kein eindeutiger Befund, lässt sich eine Transurethrale Elektroresektion der Blase, kurz: TUR-B, durchführen, bei der mittels einer Elektroschlinge endoskopisch über die Harnröhre Gewebe aus der Blase abgetragen wird. Das so gewonnene Material wird anschließend mikroskopisch untersucht.

Blasenkrebsfrüherkennung als Chance

Angesichts der Tatsache, dass eine frühe Tumorerkennung die Heilungschancen erhöht, kann bei Patienten ohne Beschwerden eine Untersuchung zur Früherkennung von Blasenkrebs sinnvoll sein, wenn die Betroffenen zur Hauptrisikogruppe gehören. Ein erhöhtes statistisches Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, haben Raucher und Menschen, die im beruflichen Umfeld mit krebsauslösenden (karzinogenen) Substanzen in Kontakt stehen.

Urinuntersuchung bei Risikopersonen

Vor dem Auftreten erster Symptome ist die Urinuntersuchung das Mittel der Wahl zur Früherkennung eines Blasenkarzinoms. Sie wird auf Wunsch des Patienten durchgeführt und von diesem selbst bezahlt. Für die Früherkennung stehen Schnelltests zur Verfügung, mit denen eine Urinprobe untersucht wird. Wird hierbei eine Blasenkrebserkrankung nachgewiesen, schließt sich die spezielle urologische Untersuchung an, wie sie auch bei Patienten mit Symptomen durchgeführt wird. Die Kosten übernimmt dann die Krankenkasse.

Tumorklassifikation entscheidend für Therapie

Nach der Erhärtung der Diagnose Blasenkrebs erfolgt die Einordnung des Tumors hinsichtlich seines Zelltyps, seiner Größe, seiner Bösartigkeit, des Wachstums und seiner Ausbreitung im Körper. Die Klassifikation, Stadieneinteilung oder Staging genannt, ist ein wichtiger Baustein für die Wahl der optimalen Therapie. Sie erfolgt nach der hier vereinfacht dargestellten TNM-Klassifikation: T steht für die Tumorgröße, N für die Zahl und Ausbreitung der befallenen Lymphknoten , M für die Lokalisation von Fernmetastasen.

Doris Schilly

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Therapie Blasenkrebs

Die Therapie von Blasenkrebs wird je nach der Kategorisierung des Tumors individuell für jeden Fall angepasst. Im oberflächlichen Stadium kann der Tumor operativ entfernt werden, sodass die Blase erhalten werden kann. Hier kommt wie bei der Entnahme der Gewebeprobe eine Elektroschlinge zum Einsatz. Um zu vermeiden, dass ein Rückfall eintritt, wird nach der Entfernung des Tumors ein Medikament direkt in die Blase verabreicht, das vor weiteren bösartigen Neubildungen schützen soll. Ist der Blasenkrebs bereits in tiefere Schichten der Blase vorgedrungen, muss zumeist die Blase, unter Umständen auch umliegende Organe, entfernt werden.

Die Chemotherapie kann in einigen Fällen auch eine Möglichkeit der Therapie von Blasenkrebs darstellen.

Die genaue Ursache für die Entstehung von Blasenkrebs ist nicht bekannt. Bestimmte Faktoren erhöhen allerdings das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken. Insbesondere Tabakkonsum vergrößert das Risiko für Blasenkrebs. Auch der Kontakt mit weiteren karzinogenen Stoffen außer dem Zigarettenrauch kann zur Entstehung von Blasenkrebs beitragen. Die Exposition von Schadstoffen kann beispielsweise bei der Arbeit stattfinden, hierbei sind verschiedene, vor allem herstellende Berufe – zum Beispiel die Gummi- oder Farbstoffindustrie, Drucker oder Friseure – oft besonders gefährdet.

Dauerhafte Erkrankungen der Blase wie beispielsweise Blasenentzündungen können auch die Entstehung von Blasenkrebs fördern.

Neben urologischen Fachbegriffen werden im Bereich Wissenswertes auch wichtige Aspekte der Onkologie vorgestellt. Diese umschließen beispielsweise die nähere Erläuterung von Diagnosemöglichkeiten wie bildgebenden Verfahren oder der Tumorklassifikation.