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Blasenkrebs
Therapie von Blasenkrebs

Die Therapie von Blasenkrebs wird je nach der Kategorisierung des Tumors individuell für jeden Fall angepasst. Im oberflächlichen Stadium kann der Tumor operativ entfernt werden, sodass die Blase erhalten werden kann. Hier kommt wie bei der Entnahme der Gewebeprobe eine Elektroschlinge zum Einsatz. Um zu vermeiden, dass ein Rückfall eintritt, wird nach der Entfernung des Tumors ein Medikament direkt in die Blase verabreicht, das vor weiteren bösartigen Neubildungen schützen soll. Ist der Blasenkrebs bereits in tiefere Schichten der Blase vorgedrungen, muss zumeist die Blase, unter Umständen auch umliegende Organe, entfernt werden.

Die Chemotherapie kann in einigen Fällen auch eine Möglichkeit der Therapie von Blasenkrebs darstellen.

Blasenkrebs Therapie

Aufbauend auf den vorausgegangenen Untersuchungen und abhängig vom Stadium des Blasenkrebses erfolgt entweder eine Behandlung für ein oberflächliches, nicht in die Blasenwand gewachsenes (nicht infiltrierendes) oder für ein infiltrierendes Harnblasenkarzinom.

Bei etwa 80 Prozent der Blasenkrebspatienten wird zum Zeitpunkt der Diagnose ein oberflächliches Harnblasenkarzinom festgestellt. Die Heilungsaussichten sind hier günstig, da der Tumor nur in der Blasenschleimhaut liegt. Die Therapie ist auf die Entfernung des Tumors abgestellt und organerhaltend, sieht also nicht die Entfernung der Blase vor. Vielmehr wird bei der Transurethralen Elektroresektion TUR ein Endoskop durch die Harnröhre in die Blase eingeführt und die fingerförmig in das Organ wachsenden Karzinome mit der Elektroschlinge abgetragen. Das so gewonnene Gewebe wird pathologisch untersucht. Ein Krankenhausaufenthalt von rund zwei bis fünf Tagen ist für den Eingriff erforderlich.

Oberflächliche Harnblasenkarzinome neigen dazu, erneut Tumoren zu bilden. Um dies zu verhindern, wird im Rahmen einer vorbeugenden Maßnahme ein Medikament in das Innere der Harnblase (Instillation) eingespült, wo es auf die tumorgefährdeten Bereiche wirken und eine erneute Einnistung von Tumorzellen verhindern soll.

Entfernung der Blase bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf

Lautet die Diagnose auf fortgeschrittenes Stadium (tief infiltratives Harnblasenkarzinom), muss meist die Entfernung der Blase (Zystektomie) erfolgen. Bei männlichen Patienten werden auch häufig auch Prostata und Samenblase sowie gegebenenfalls die Harnröhre entfernt. Bei weiblichen Patienten werden während der Operation häufig auch die Gebärmutter und die Eierstöcke, ein Teil der Scheidenwand und die Harnröhre abgetrennt. Für die Harnableitung nach der Zystektomie stehen verschiedene Techniken zur Auswahl. Im Anschluss an den Eingriff verbleibt der Patient zwei bis drei Wochen im Krankenhaus, um hinreichend nachbetreut werden zu können.

Chemotherapie als Alternative

Wird die Entfernung der Blase vom Patienten abgelehnt oder ist ein chirurgischer Eingriff aufgrund anderer Faktoren nicht möglich, ist die Indikation für eine endoskopische Behandlung und eine systemische Chemotherapie gegeben. Sie wird ebenfalls Anwendung finden, wenn nicht alle Tumorzellen beim operativen Eingriff entfernt werden konnten.

Nach der Erstbehandlung der Krebserkrankung durch Operation, Chemotherapie oder eine Kombination beider Methoden setzt die Tumornachsorge ein. Sie hat die Funktion, neu auftretende Tumoren so früh wie möglich auszumachen, zusätzlich sich entwickelnde Erkrankungen zu diagnostizieren und zu therapieren und den Patienten bei der Sicherung seiner Lebensqualität zu unterstützen.

Rehamaßnahmen beeinflussen Heilung positiv

Wichtig ist außerdem das Thema Rehabilitation. Die Teilnahme an einer Reha-Maßnahme wird durch die Krankenkassen gefördert und ist – wie angemessener Sport und Bewegung – dringend anzuraten, da die positive Wirkung solcher Betätigungen auf den Krankheitsverlauf bzw. den Gesundungsprozess erwiesen ist.

Zudem kann ein aktiver Austausch mit anderen Betroffenen in einem Forum weitere Erkenntnisse über die verschiedenen Heilungsmethoden bringen. Hier spielen die Erfahrungswerte des Einzelnen eine wesentliche Rolle und helfen beim individuellen Umgang mit dem Krankheitsbild.

Prognose bei Blasenkrebs

Ist der Tumor bei Behandlungsbeginn noch oberflächlich, haben die betroffenen Blasenkrebspatienten häufig eine gute Aussicht auf Heilung. Es gilt aber auch, das eine frühzeitige Erkennung des Karzinoms die Heilungsaussichten erhöht.

Doris Schilly


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Diagnose Blasenkrebs

Bei Auftreten bestimmter Symptome wie zum Beispiel Blut im Urin, stärkerer Harndrang oder Störungen beim Wasserlassen sollten weitere Untersuchungen zur Diagnose von Blasenkrebs veranlasst werden. In einer Untersuchung des Urins können bestimmte Bestandteile Aufschluss über vorliegende Krankheiten geben. In einer körperlichen Untersuchung sollte die Umgebung der Blase, also der Unterbauch und die benachbarten Organe, abgetastet werden. Mit verschiedenen bildgebenden Verfahren wie zum Beispiel Ultraschall, Blasenspiegelung oder Röntgen können Veränderungen sichtbar gemacht werden.

Durch eine Transurethrale Elektroresektion der Blase kann die Diagnose Blasenkrebs gesichert werden.

Blasenkrebs entsteht zumeist in der die Blase auskleidenden Schleimhaut. Die Krebszellen teilen sich unkontrolliert und können dadurch andere Organe beschädigen. Der Blasenkrebs kann in drei Stadien unterschieden werden: Häufig entsteht das Blasenkarzinom im ersten Stadium an der Oberfläche und ist auf die Schleimhaut beziehungsweise das Bindegewebe begrenzt. Im zweiten Stadium können die Krebszellen in die Wand der Blase und die Blasenmuskeln einwachsen; im dritten sind bereits Krebszellen in anderen Organen zu finden, das heißt der Tumor metastasiert.

Typische Symptome für Blasenkrebs sind unter anderem farbliche Veränderungen des Urins, Störungen der Blasenfunktion wie Beschwerden oder Unterbrechungen beim Wasserlassen oder ein stärkerer Harndrang.

Die genaue Ursache für die Entstehung von Blasenkrebs ist nicht bekannt. Bestimmte Faktoren erhöhen allerdings das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken. Insbesondere Tabakkonsum vergrößert das Risiko für Blasenkrebs. Auch der Kontakt mit weiteren karzinogenen Stoffen außer dem Zigarettenrauch kann zur Entstehung von Blasenkrebs beitragen. Die Exposition von Schadstoffen kann beispielsweise bei der Arbeit stattfinden, hierbei sind verschiedene, vor allem herstellende Berufe – zum Beispiel die Gummi- oder Farbstoffindustrie, Drucker oder Friseure – oft besonders gefährdet.

Dauerhafte Erkrankungen der Blase wie beispielsweise Blasenentzündungen können auch die Entstehung von Blasenkrebs fördern.