Was ist Blasenkrebs?
Der Blasenkrebs (=Blasenkarzinom) ist eine von den Schleimhäuten der Harnblase ausgehende bösartige Tumorerkrankung. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen. Je früher die Diagnose erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen.
Jedes Jahr erkranken nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts rund 28.000 Menschen in Deutschland an Blasenkrebs. Innerhalb der Gruppe der bösartigen Tumoren zählt er zu den selten auftretenden Krebsleiden: Nur bei rund drei Prozent handelt es sich um Blasenkarzinome. Bei Männern wird der Blasenkrebs nach dem Prostatakrebs jedoch als zweithäufigstes Karzinom im urologischen Bereich diagnostiziert. Dies ist aber nicht auf eine geschlechtliche Prädisposition zurückzuführen, sondern in der Tatsache begründet, dass mehr Männer als Frauen rauchen. Heutzutage macht sich bei Frauen allerdings ein deutliches „Aufholen“ bemerkbar.
Das vom Urothel, der Schleimhaut (Deckgewebe) der ableitenden Harnwege, ausgehende urotheliale Karzinom ist der am häufigsten diagnostizierte bösartige Tumor der Harnblase. Bei der Diagnosestellung sind die Betroffenen durchschnittlich zwischen 65 und 74 Jahre alt, Erkrankungen bei unter 50-Jährigen sind selten.
Kategorisierung von Blasenkrebs
Der Blasenkrebs lässt sich je nach Ausprägung in drei Kategorien unterteilen: die oberflächlichen Tumoren, die lokal fortgeschrittenen und die metastasierenden Tumoren. Bei der Erstdiagnose weisen etwa 75 Prozent der neu Erkrankten ein oberflächliches, das heißt auf die Schleimhaut und die darunter liegende Bindegewebsschicht beschränktes Blasenkarzinom auf. In ca. 25 Prozent der Fälle ist es bereits in tiefere Schichten, in die Blasenwand und in die Muskulatur vorgedrungen (invasiver Tumor), bei rund 5 Prozent der Betroffenen finden sich Metastasen.
Therapie von Blasenkrebs
Die Therapie der oberflächlichen Tumoren besteht in der Abtragung mit einer elektrischen Schlinge. Bei fortgeschrittenen Karzinomen erfolgt je nach Tumorart, seiner Ausdehnung und Lage entweder eine Behandlung mit einer lokalen Chemotherapie, einer systemischen Chemotherapie oder die Entfernung der Blase.
Die Heilungsaussichten bei Blasenkrebs steigen bei frühzeitiger Diagnose und Therapie. Anders als für Brust-, Darm- oder Prostatakrebs werden für die Früherkennung von Blasenkrebs aber keine routinemäßigen Krebsvorsorgeuntersuchungen angeboten. Achtsamkeit gegenüber Veränderungen im Körper ist besonders bei den Risikogruppen geboten. Im Frühstadium verläuft die Blasenkrebserkrankung allerdings häufig ohne spezifische Symptome und daher unbemerkt.
Symptome bei Blasenkrebs
Acht von zehn Blasenkrebspatienten bemerkten eine rötliche bis braune Verfärbung des Urins (Hämaturie), verursacht durch die Blutung des Tumors. Suchen die Betroffenen erst dann einen Arzt auf, wenn der Urin deutlich verfärbt ist, lassen sie die Chance auf eine frühe und erfolgversprechende Behandlung möglicherweise ungenutzt verstreichen. Wer Verfärbungen des Urins, verstärkten Harndrang, Probleme oder Schmerzen beim Wasserlassen feststellt, sollte deshalb bald den Facharzt aufsuchen. Oftmals kann die Diagnose Blasenkrebs nach einer gründlichen Untersuchung durch den Urologen ausgeschlossen werden, da die Beschwerden auf andere, harmlose Ursachen zurückzuführen sind. Um die Diagnose zu sichern, ist die Harnblasenspiegelung mit Entnahme einer Gewebeprobe angezeigt.
Doris Schilly