Therapie
Aufbauend auf den vorausgegangenen Untersuchungen und abhängig vom Stadium des Blasenkrebses erfolgt entweder eine Behandlung für ein oberflächliches, nicht in die Blasenwand gewachsenes (nicht infiltrierendes) oder für ein infiltrierendes Harnblasenkarzinom.
Bei etwa 80 Prozent der Blasenkrebspatienten wird zum Zeitpunkt der Diagnose ein oberflächliches Harnblasenkarzinom festgestellt. Die Heilungsaussichten sind hier günstig, da der Tumor nur in der Blasenschleimhaut liegt. Die Therapie ist auf die Entfernung des Tumors abgestellt und organerhaltend, sieht also nicht die Entfernung der Blase vor. Vielmehr wird bei der Transurethralen Elektroresektion TUR ein Endoskop durch die Harnröhre in die Blase eingeführt und die fingerförmig in das Organ wachsenden Karzinome mit der Elektroschlinge abgetragen. Das so gewonnene Gewebe wird pathologisch untersucht. Ein Krankenhausaufenthalt von rund zwei bis fünf Tagen ist für den Eingriff erforderlich.
Oberflächliche Harnblasenkarzinome neigen dazu, erneut Tumoren zu bilden. Um dies zu verhindern, wird im Rahmen einer vorbeugenden Maßnahme ein Medikament in das Innere der Harnblase (Instillation) eingespült, wo es auf die tumorgefährdeten Bereiche wirken und eine erneute Einnistung von Tumorzellen verhindern soll.
Entfernung der Blase bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf
Lautet die Diagnose auf fortgeschrittenes Stadium (tief infiltratives Harnblasenkarzinom), muss meist die Entfernung der Blase (Zystektomie) erfolgen. Bei männlichen Patienten werden auch häufig auch Prostata und Samenblase sowie gegebenenfalls die Harnröhre entfernt. Bei weiblichen Patienten werden während der Operation häufig auch die Gebärmutter und die Eierstöcke, ein Teil der Scheidenwand und die Harnröhre abgetrennt. Für die Harnableitung nach der Zystektomie stehen verschiedene Techniken zur Auswahl. Im Anschluss an den Eingriff verbleibt der Patient zwei bis drei Wochen im Krankenhaus, um hinreichend nachbetreut werden zu können.
Chemotherapie als Alternative
Wird die Entfernung der Blase vom Patienten abgelehnt oder ist ein chirurgischer Eingriff aufgrund anderer Faktoren nicht möglich, ist die Indikation für eine endoskopische Behandlung und eine systemische Chemotherapie gegeben. Sie wird ebenfalls Anwendung finden, wenn nicht alle Tumorzellen beim operativen Eingriff entfernt werden konnten.
Nach der Erstbehandlung der Krebserkrankung durch Operation, Chemotherapie oder eine Kombination beider Methoden setzt die Tumornachsorge ein. Sie hat die Funktion, neu auftretende Tumoren so früh wie möglich auszumachen, zusätzlich sich entwickelnde Erkrankungen zu diagnostizieren und zu therapieren und den Patienten bei der Sicherung seiner Lebensqualität zu unterstützen.
Rehamaßnahmen beeinflussen Heilung positiv
Wichtig ist außerdem das Thema Rehabilitation. Die Teilnahme an einer Reha-Maßnahme wird durch die Krankenkassen gefördert und ist – wie angemessener Sport und Bewegung – dringend anzuraten, da die positive Wirkung solcher Betätigungen auf den Krankheitsverlauf bzw. den Gesundungsprozess erwiesen ist.
Prognose
Ist der Tumor bei Behandlungsbeginn noch oberflächlich, haben die betroffenen Blasenkrebspatienten häufig eine gute Aussicht auf Heilung.
Doris Schilly
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